Brexit: Pharmaindustrie besonders von hartem Brexit betroffen

Brexit: Der 29. März rückt langsam in greifbare Nähe
und noch immer ist kein geregelter Austritt in Sicht. Ohne geregelte Verhältnisse und gemeinsame Abkommen würde für die Chemie- und Pharmabranche eine komplexe Situation entstehen, die sogar zu Lieferengpässen führen könnte. Eine geregelte Übergangsphase ist nötig.

Großbritannien ist ein wichtiger Handelspartner für Deutschland im Bereich Chemie- und Pharmaindustrie. 2018 exportierten deutsche Unternehmen nach Schätzungen des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) Produkte im Wert von circa zehn Milliarden Euro nach Großbritannien, das Importvolumen betrug fast sechs Milliarden Euro. Ein harter Brexit ohne geregelte Übergangsphase könnte diesen Sektor empfindlich treffen.

Für die Chemie- und Pharmaindustrie ist es deshalb besonders wichtig, dass die EU-27 und Großbritannien gemeinsame Lösungen suchen und beispielsweise Zollschranken ausbleiben und gleiche Standards bei Produkt- und Chemikaliensicherheit erhalten werden. „Wir brauchen ein umfassendes Partnerschafts-, Investitions- und Handelsabkommen,“ so Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI).

Angst vor Medikamentenengpässen

Letztendlich schadet ein harter Brexit vor allem der Bevölkerung. Wenn gemeinsame Regelungen ausbleiben, könnten beispielsweise für ganz Europa zugelassene Medikamente in Großbritannien nicht mehr vertrieben werden, das könnte zu Lieferengpässen führen. Die Pharmaunternehmen, die mit GB Handel betreiben, müssten sich entsprechend auf Zölle einstellen, die mit den WTO-Regelungen verbunden sind.    

Dr. Richard Greville, Direktor der Association of the British Pharmaceutical Industry (ABPI) merkte gegenüber pharmaphorum.com an, dass es eine Farce wäre, wenn die Patienten in UK nicht an einem System teilhaben würden, das extra für sie entwickelt wurde und das sicherste Medikamentensystem der Welt sei.

Die Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) wies darauf hin, dass UK maßgeblich an der Entwicklung des Systems beteiligt gewesen sei und sie auch bei einem harten Brexit sicherstellen würden, dass die Patienten in UK weiterhin einen schnellen und sicheren Zugang zu Medikamenten haben. Zudem würden serialisierte Medikamente aus der EU weiterhin verkauft werden können, solange sie mit den übrigen Anforderungen in UK übereinstimmen.

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