Kosmetik? Aber sicher!

Our student trainees

| Unsere Werkstudent*innen

Softwareentwicklung und Cloudcomputing verlangen eine stetige Weiterentwicklung, um immer wieder über die aktuelle Arbeitsweise hinauszublicken. Mit ihren Projekten leisten gerade unsere Werkstudent*innen eine wertvolle Arbeit für uns. Sie setzen sich für ihre Abschlussarbeiten intensiv mit neuen Technologien und Herangehensweisen auseinander und ermöglichen uns, immer wieder Neues auszuprobieren und zu etablieren.

Seit 2017 kümmert sich Nico als Werkstudent bei tracekey um die Dokumentation unserer Software. Zum Beispiel arbeitet er am Handbuch mit, das sich mit jedem Softwarerelease ändert, oder er schreibt an Functional Specifications. Für seine Bachelorarbeit ist er beim Thema Fälschungssicherheit geblieben, hat das Thema aber auf eine Branche übertragen, in der es in Europa bisher noch keine gesetzlichen Anforderungen gibt: die Kosmetikindustrie.

Produktpiraterie ist auch bei Kosmetikprodukten ein großes Thema. Vor allem große und weltweit bekannte Marken haben damit zu kämpfen. Nicht nur die Umsätze der Unternehmen leiden, sobald Fälschungen auf den Markt kommen, auch für die Konsument*innen besteht ein hohes Schadenspotential. Schließlich handelt es sich dabei meistens um Produkte, die direkt und ohne weitere Barriere auf das größte menschliche Organ aufgetragen werden: unsere Haut. Allein in Europa führt Produktpiraterie zu einem Umsatzverlust von rund zehn Prozent, konkret bedeutet das einen Schaden von circa sieben Milliarden Euro pro Jahr.

Eine Lösung, um Kosmetik fälschungssicher zu gestalten

Angelehnt an die Pharmaindustrie hat sich Nico bei der Markierungstechnologie für 2D-Codes entschieden: „QR-Codes sind heute schon sehr weit verbreitet und deutlich günstiger als zum Beispiel eine Markierung mit NFC-Tags. Anders als in der Pharmaindustrie habe ich mich gegen den Datamatrix-Code entschieden, weil QR-Codes auch von Kameras gelesen werden können und man keinen speziellen Scanner dafür braucht. Die Verbraucher können so selbst scannen, sie brauchen nur ihr Smartphone.“

Grundlage für eine Ausarbeitung des Projektes waren Anforderungen aus Hersteller- und Konsumentensicht:

  1. Die Identität des Produktes muss sich zweifelsfrei bestimmen lassen.
  2. Das Produkt soll nicht nur verifiziert werden können, es sollen auch weitere Produktdaten dargestellt werden.
  3. Es sollen neue Kommunikationswege zwischen Herstellern und Verbrauchern ermöglicht werden, sodass zum Beispiel bei einem Fälschungsverdacht zusätzliche Informationen zwischen Verbrauchern und Herstellern ausgetauscht werden können.
  4. Es auf den neusten Stand der Technik zurückgegriffen werden.
  5. Verbraucher*innen sollen vor Fälschungen geschützt werden.
  6. Der Zugang soll barrierearm sein, d.h. es sollte keine weitere App nötig sein.

Wie holt man alle ins Boot?

QR-Codes auf Verpackungen sind nicht neu, von einigen Herstellern werden sie bereits genutzt. Allerdings scheitert die flächendeckende Nutzung vor allem bei der Annahme durch die Verbraucher*innen. Laut einer Studie werden die Codes oft nur schlecht wahrgenommen, ihr Nutzen ist nicht klar oder es gibt keinen besonderen Anreiz, sie zu scannen. Teil von Nicos Projektes war deshalb auch die Überlegung, wie man Konsument*innen dazu bringen kann, die QR Codes anzunehmen und selbst Teil des Fälschungsschutzkonzeptes der Marken zu werden. Nico hat dazu bereits eine Idee entwickelt: „Einkaufsgutscheine scheinen laut einigen Studien den besten Anreiz zu bieten, um die Codes auch tatsächlich zu scannen. Will man also, dass die Konsumenten aktiv beim Fälschungsschutz mithelfen, ist eine Belohnung ausschlaggebend. Zum Beispiel über einen 10% Einkaufsgutschein, den sie nach dem Scan oder nach einem Post mit dem Produkt auf Social Media erhalten.“

Fälschungssicherheit durch Serialisierung

Wie auch bei der Pharmaserialisierung sind die eindeutige Seriennummer, Code und in einer Produktdatenbank hinterlegte Informationen miteinander verknüpft. Wird der Code gescannt, gelangen die Konsument*innen auf eine Produktseite, auf der das Produkt eindeutig über die hinterlegten Daten verifiziert werden kann.

 

Wer profitert?

Das von Nico entwickelte Konzept lohnt sich für beide Seiten. Die Hersteller können ihre Marke effizient, ohne größeren Mehraufwand vor Produktfälschungen schützen und auch Graumarktaktivitäten besser nachverfolgen. Durch die Verifizierbarkeit der eigenen Produkte fallen eventuelle Gesundheitsschäden durch Fälschungen nicht mehr auf die Marke zurück. Die Konsument*innen wiederum können sich selbst schützen, indem sie mittels eines einzigen Scans eindeutig zwischen Fälschung und Original unterschieden können. Zusätzlich profitieren sie von den Gutscheinen, sobald sie die Marke promoten.

Die Zukunft

Klar ist, dass, solange es keine gesetzlichen Auflagen gibt, die Vorteile dieses Konzeptes vermutlich nicht ausreichen, um eine breite Nutzung von QR Codes zur Fälschungsprävention in der Kosmetikindustrie zu erreichen. Nicos Bachelorarbeit und auch die Demoversion der Software, die er entwickelt hat, bilden aber eine gute Ausgangslage, um Firmen für das Thema Codes und ihre Anwendungsmöglichkeiten zu sensibilisieren.

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